Biografie

Zu meiner Person

Ich bin Marcel Brod, geboren am 10.02.1993 und wohne in Karlsruhe. Aufgewachsen bin ich im idyllischen Nordschwarzwald und meine Passion ist die Malerei, das Zeichnen, Schreiben und die Fotografie. Seit 2005 male ich bereits mit Ölfarbe.

Durch eine Muskelerkrankung „Duchenne Muskeldystrophie“ bilden sich meine Muskeln stückweise zurück und ich bin durchgehend auf Pflege und einen Elektrorollstuhl angewiesen. Außerdem kann ich meine Arme nicht anheben und bin auch nicht gehfähig, was mein künstlerisches Schaffen stark beeinflusst, aber ich habe Mittel und Wege gefunden zu malen und bin ein positiver und selbstbewusster Mensch mit vielen Interessen.

Mein Malprozess und die Bedeutung der Kunst für mich

Kunst im Schatten schwindender Kräfte: Damit spiele ich darauf an, dass meine Krankheit mir irgendwann die Kraft zum Malen vollständig nehmen wird und mein Leben auf etwa 30 bis 40 Jahre verkürzt und das ist es, das den Wert jedes einzelnen Werkes für mich ausmacht, seine Einzigartigkeit, denn es könnte das Letzte sein.

Beim Malen muss ich mir oft neue Vorgehensweisen ausdenken, um mit meinen geringen Kräften arbeiten zu können. Ein Säugling ist im Vergleich ein Herkules, während ich deutlich weniger als 10 % Muskelmasse habe. Meinen rechten Arm, den Malarm, muss ich auf den linken Arm abstützen, um die Kraft zu verstärken. Der Malprozess erfolgt selbstständig, aber zum Farben ausdrücken, Reinigen und für andere Hilfestellungen benötige ich einen Assistenten. Ein Ölgemälde zu malen, verlangt mir viel Energie ab und ist mit ganzen Körpereinsatz verbunden. Danach spüre ich es schon deutlich in den Schultern, dass ich etwas gearbeitet habe. Für ein Gemälde benötige ich mindestens 3 Stunden und oft auch viel länger, wenn ich zum Beispiel im für mich riesigen 40 x 50 cm Format male. Bei 30 x 40 ist es noch moderat. Es hängt außerdem noch vom Stil ab, den ich verwende. Die Impasto-Technik, damit ist ein Stil mit einem großzügigen Farbauftrag und gröberen Pinselstrichen gemeint, verwende ich gern, aber ich bin nicht auf einen Stil festgelegt und probiere gerne auch neue Malmethoden aus. Zum Beispiel die Spachteltechnik und in der Acrylmalerei arbeite ich auch gerne mit Schwämmen und Stempeln oder unterschiedlichen Pinseln. Früher trocknete mir Acrylfarbe zu schnell, aber in der nicht gegenständlichen Kunst empfinde ich dies mittlerweile als Vorteil, da es mich zur Spontanität zwingt. Ich male immer mit einer Tischstaffelei, da ich den Tisch unterfahren kann. Bei einer stehenden Staffelei wären mir die Füße davon im Weg. Zu Anfang meiner Ölmalerei setzte ich sogar einen Rollcontainer ein und ließ mir die Staffelei in unterschiedliche Schubladen stellen, um so die Höhe zu regulieren.

Die Kunst ist für mich ein seelischer Ausgleich und bestärkt mich sehr in meinem Selbstbewusstsein, weil ich dadurch zeigen kann, was mit meiner geringen Kraft möglich ist. Nicht wenige mit meiner Erkrankung sehen in ihrem Leben keinen Sinn, sind verbittert und häufig depressiv. Von anderen Menschen in jeder Lebenslage abhängig zu sein, ist nicht einfach. Ich hingegen gebe nicht auf, auch wenn ich weiß, dass meine Erkrankung mir auch irgendwann die Malerei nehmen wird bzw. die Kraft dazu. Meine Lebensfreude spiegelt sich in meinen Werken wieder, in denen ich Gefühle ausdrücken kann, die sonst unterdrückt sind. Es ist nämlich so, dass ich keinen Sport machen und mich nicht bewegen kann, um beispielsweise Wut abzubauen. Diese Gefühle kehren sich nach innen und die Kunst ist ein schönes Ventil. Es ist aber auch schön, dass es eine Alternative zu Computer und Fernseher ist.

Weitere Daten im Überblick

2017             Vortrag an der Pädagogischen Fakultät in Heidelberg „Kunst im Schatten schwindender Kräfte“ (18.01.2017) [Link]

2016             MarBro TV startet im Frühjahr auf YouTube und zeigt in ca. 10 minütigen Videos meinen Malprozess.

2015             IHK-Abschluss als Bürokaufmann. Seither bin ich auf Arbeitssuche.

2009            Ölgemälde entstehen in völliger Eigenregie und mein eigener Stil entwickelt sich. Oft erhalte ich Ratschläge durch meinen Mentor Michael Roth, der aber wenig Zeit für mich hat.

2006            Erste Ausstellungsbeteiligung

2005            Anfänge in der Ölmalerei und Privatunterricht durch den Künstler Michael Roth aus Pfaffenrot (Marxzell). Das erste Gemälde mit Acrylfarbe entsteht „Eine Feld- und Wiesenlandschaft“, 15 x 15 cm.

Ausstellungen

  • 2016              Teilnahme an der Hobby,- Künstler und Sammler Ausstellung in Pfaffenrot (05.11. – 06.11.2016)
  • 2015              Ausstellung während der Winternight der Ludwig Guttmann Schule Karlsbad (07.02.2015)
  • 2014              Teilnahme an der Kunst-, Sammler- und Hobbyausstellung in Pfaffenrot (18.10. – 19.10.2014)
  • 2014              Vernissage und Ausstellung „Ausgewählte Werke“ in der Jugendbibliothek der Stadtbibliothek Reutlingen (17.06. – 5.07.2014) [Link][Link]
  • 2013              Vernissage und Ausstellung „Impressionismus Expressionismus“ im Rathaus 1 in Eningen unter Achalm (07.06. – 06.07.2013) [Link]
  • 2012              Ausstellung im „Kaffehäusle“ der Bruderhaus Diakonie in Reutlingen (14.09. – 18.10.2012)
  • 2012              Vernissage und Ausstellung „Begegnungen mit dem Impressionismus“ an der Beruflichen Bildung der KBF in Reutlingen. (22.07. – 03.08.2012) [Link]
  • 2010              Ausstellung an der Ludwig Guttmann Schule in Karlsbad
  • 2009             Teilnahme an der Hobby- und Kunstausstellung in Pfaffenrot
  • 2009             Besuch des Kindergartens von Dobel mit Fragestunde und Bilderverkauf
  • 2009             Ausstellung im Seniorenheim Parkwohnstift in Bad Herrenalb
  • 2006             Teilnahme an der Hobby- und Kunstausstellung in Pfaffenrot

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